Drei Wochen haben wir uns Zeit genommen für unsere erste Reise auf die Azoren. Wir wollten nur einige der 9 Inseln besuchen, um nicht zu viel Zeit nur für das Weiterreisen zu brauchen, sondern genug Zeit für die Plätze und Orte zu haben, an denen es uns gefällt.

In der Nachsaison haben wir immer kurzfristig Hotels finden und auch Flüge buchen können, Fähren sind zu dieser Zeit leider nur mehr selten unterwegs. Touristen waren zu dieser Zeit nur wenige anzutreffen - es ist aber schwer abzuschätzen, wieviel in der Hauptsaison los ist.


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Sao Miguel

Der Lungomare von Ponta Delgada mit ein paar Bausünden

Am Fischmarkt: deutlich andere Fischarten wie "bei uns" im Mittelmeer ...

Käse ist einer der Hauptexportartikel

Papageienblumen wachsen überall

Erster Test der Atlantik-Wassertemperatur: geht! Sicher mehr also 20 Grad (viel mehr aber nicht)

In der ersten Woche ist das Wetter durchwachsen, tendenziell schlecht, aber warm

Bei Furnas gibt es Caldeiras, Stellen, an denen dampfendes Wasser an die Oberfläche tritt - der Schwefelgestank ist eindrücklich

Die Einheimischen nutzen das heiße Wasser zum Kochen:

Gefüllte Töpfe werden in Stoffsäcke gegeben ...

... und mit Erde zugedeckt und ca. sechs Stunden später hat man einen Cozido, einen wohlschmeckenden Eintopf aus Gemüse, Fleisch, Würsten und Erdäpfeln.

Das heutige Abendessen ist schon in einem dieser Kochtöpfe ...

Auch wir nehmen ein entspannendes Bad in einem riesigen Freiluft-Pool, der mit ca. 60 Grad heißem Wasser gespeist wird. Der darin enthaltene Schwefel reagiert mit dem Luft-Sauerstoff und führt zur etwas merkwürdigen Farbe des Wassers

Auf Sao Miguel gibt es die einzigen Teeplantagen Europas.

Terceira

Blick auf den Hauptort der Insel: Angra do Heroismo, Weltkulturerbe

Der kleine, aber (bei Schönwetter) feine Stadt-Sandstrand

In der ersten Woche war im Atlantik ein Sturmtief unterwegs, dieses hat auch auf den Azoren seine Ausläufer gezeigt:

Farben sind dann ein guter Kontrast zum Grau des Himmels:

Merke: Wo Feigen sind, ist Wein nicht weit!

Blick vom Monte Brasil Richtung Westen zum kleinen Ort Sao Matteo (wo sich das beste Fischlokal der Insel befindet: vorreservieren - oder Glück haben ...)

Der Walfang hatte auf den Azoren große Tradition. In diesen Beobachtungsstationen wurden die Todesurteile gefällt. Heute noch werden sie teilweise genutzt, um den Whale-Watching-Booten Wale zu melden, um dann die Touristen hinausbringen zu können.

Kleine Kirche an der Küste

Ein ehemaliger Vulkan ist heute ein prächtiges Fotomotiv.

Ilha do Faial

Horta, der Hauptort der Insel, in der Wolken der Vulkan mit riesigem Krater ...

... diesen kann man auf einem ca. 7km langen Pfad ganz nahe am Rand umrunden

Der Pico, der höchste Berg Portugals (2351 m) auf der gleichnamigen Nachbarinsel, prägt die Aussicht im Hauptort Horta

In der inzwischen so malerischen Bucht war zu Zeiten des Walfangs das Wasser vom Blut der geschlachteten Tiere rot gefärbt, als diese in der "Fabrik" zu fragwürdigen Produkten (wie Kerzenöl) verarbeitet wurden. Das heute als Museum genutze Gebäude hat etwas ganz Bedrückendes ...

Ein Leckerbissen für jeden Skipper

Wildwachsende Kalla

Wunderschöne Sandstrände, die ich mir nicht im Atlantik erwartet hätte ...

... da muss man natürich rein (das Meer ließ sich mit dieser Geste übrigens nicht bändigen)

1957 gab es auf Faial einen 13 Monate dauernden Vulkanausbruch, der Leuchtturm links stand da noch am Meer, alles rechts davon ist seither Neuland - und der Turm inzwischen nur mehr ein Museum.

Es entstand eine eindrückliche Landschaften ...

... mit kleine Canyons

Picknick bei Sonnenuntergang

Pico

Der Wetterbericht hat gemeint, dass wir einen Aufstieg auf den höchsten Berg Portugals gleich am ersten Tag probieren sollten - und hat Recht behalten ...

Blick vom Fuß des Pico nach Faial. Der Vulkan wirft noch einen langen Schatten.

Jeder dieser Hügel ist ein kleiner Vulkan

Am Kraterrand. Die restlichen 100 Höhenmeter sind steiler und unmarkiert, aber ohne Probleme zu machen ...

... wenn man (i.e. Frau) auch die Hände zu Hilfe nimmt.

Am höchsten Berg einen Landes soll man auch eine Flaschen öffnen.

Tolle Stimmung auch beim Rückweg durch leichten Nebel ...

... und am Meer dann Naturbecken mit Frischwasserzufuhr aus dem Atlantik

Kann man da rein?

Plopp - Yes!

Pico ist die Wein-Insel, fast der gesamte Azoren-Wein kommt von hier

Aufwändigst angelegte Steinmauern schützen die Weitstöcke vor Wind und speichern gleichzeit auf Wärme, um einen "karstigen", ausgezeichtet schmeckenden Wein entstehen zu lassen

"Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt?" - nein, immer noch die Azoren

Irgendwas gibt es am Meer immer zu sehen, selbst wenn es nichts zu sehen gibt.

Das Lavagestein ...

... sein Bewuchs ...

... und das Meer ...

... bieten Anblicke, wo dem Fotoapparat keine Pause gegönnt wird.

Am nächsten Tag in der Früh ist das schöne Wetter wieder Geschichte: Sturmwolken am Gipfel ...

... und das Meer schäumt: also heute leider kein Badetag

Wird dann aber bald wieder besser ...

...und zufällig finden wird am Nachmittag diese fast "thailändische" Bucht, die zum Schwimmen einlädt

Das 2012er-Azoren-Team!

Cataplana - ein echter Gaumenkitzler!

Mehr Wein hat leider nicht ins Reisegepäck reingepasst! (genossen haben wir aber mehr in diesen erholsamen, abwechslungsreichen und gemütlichen drei Wochen)

Kleines Fazit: die Azoren sind auf jeden Fall eine Reise wert (und sicher auch eine zweite!)

Und wenn das Wetter mal schlecht ist, braucht man nur gute Kleidung ...